Willy Burkhard

1900–1955

1950er Jahre (Foto: Paul Sacher-Stiftung, Basel; Fotograf unbekannt)

Willy Burkhard

1900–1955

Willy Burkhard wurde am 17. April 1900 in Leubringen bei Biel in der Schweiz geboren. Zunächst durchlief er eine Ausbildung am evangelischen Lehrerseminar Muristalden bei Bern. Münsterorganist Ernst Graf (1886–1937, am Münster 1912–1937) ermunterte ihn zum Musikstudium zunächst am Konservatorium Bern, später in Leipzig, wo er 1921/22 bei Siegfried Karg-Elert (1877–1933) und Robert Teichmüller (1863–1939) Unterricht erhielt. Anschließend studierte Willy Burkhard in München, unter anderem Theorie bei dem Schweizer Komponisten Walter Courvoisier (1875–1931). Die Unruhen in Deutschland in den 1920er Jahren führten Willy Burkhard im Frühjahr 1924 an die Pariser Ecole Normale zu dem französischen Komponisten Max D’Ollone (1875–1959).

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz war Willy Burkhard Klavier- und Musiktheorielehrer in Bern, seit 1928 wirkte er am dortigen Konservatorium. Daneben leitete er verschiedene Chöre und Orchester. 1931 und 1932 organisierte er »Singtreffen für zeitgenössische Musik« in Thun und Bern, wo junge Lehrer an Werke von Paul Hindemith, Heinrich Kaminski und anderer herangeführt wurden. Hier wurden auch mehrere Werke Willy Burkhards uraufgeführt. Tuberkulose machte mehrfach Aufenthalte in den Bergen notwendig.

Bis heute sind Schlüsselwerke seines Werkes aus dieser Zeit die Oratorien »Das Gesicht Jesajas« (1935) und »Das Jahr« (1940/41), die unter Paul Sacher (1906–1999) zur Uraufführung gelangten.

Von 1942 an unterrichtete Willy Burkhard am Konservatorium Zürich Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition. 1950 wurde er mit dem Kompositions-Preis des Schweizerischen Tonkünstlervereins ausgezeichnet, im selben Jahr erhielt er auch den Musikpreis der Stadt Zürich. Er starb am 18. Juni 1955 in Zürich.

Sein Schaffen beinhaltet neben vielen Orgelwerken (unter anderem »Ein feste Burg ist unser Gott«, op. 58) auch etliche Werke für Chöre a cappella. Im Repertoire vieler Chöre ist der »Kleine Psalter«, op. 82 – sechs Motetten für gemischten Chor (SATB) a cappella, die er 1950 veröffentlichte, und sein »Magnificat«, op. 64.

Willy Burkhard:
Herr, wie lange willst du mein so gar vergessen (Psalm 13) – Lilienfelder Cantorei Berlin, Klaus-Martin Bresgott (CD »Das ist mir lieb …«, 2006)

Willy Burkhard (1900–1955), 1950er Jahre (Foto: Paul Sacher-Stiftung, Basel; Fotograf unbekannt)