Cornelius Becker
1561–1604
Cornelius Becker
1561–1604
Cornelius Becker wurde am 24. Oktober 1561 in Leipzig geboren und war Schüler der Thomasschule, ehe er 1573 das Studium der Theologie in seiner Vaterstadt aufnahm. 1584 wurde er seitens der Universität zum Magister Artium (M.A.) ernannt. 1588 war er kurzzeitig Archidiakon im nahen Rochlitz, ab 1592 schließlich Diakon und ab 1594 Pfarrer an der Leipziger Nikolaikirche. 1599 promovierte Cornelius Becker und wurde im gleichen Jahr neben seinem Pfarramt auch außerordentlicher Professor. 1601 wurde er ordentlicher Professor, 1602 auch Dekan, gab aber die Professur schon 1603 wieder ab. In diesem Jahr starb seine Frau Dorothea, geborene Stockmann, die er 1589 geehelicht hatte. Das Paar hatte vier Kinder.
Als Verfechter der lutherischen Theologie war Cornelius Becker etlichen Auseinandersetzungen unterworfen, die 1601 kurzzeitig zu seiner Amtsenthebung führten. In dieser Zeit widmete er sich hauptsächlich der Übertragung der Psalmen in ein deutsches Versmaß nach dem Vorbild von Ambrosius Lobwasser (1515–1585). Der damalige Thomaskantor Sethus Calvisius (1556–1615) schuf 43 Sätze zu Beckers Texten. Der Dresdner Hofkapellmeister Heinrich Schütz (1585–1672) schließlich vertonte 1628 insgesamt 92 Gedichte Cornelius Beckers, deren Diktion ganz den Vorstellungen Schützens für ein individuelles Wort-Ton-Verhältnis entsprach.
Cornelius Becker starb am 25. Mai 1604 in Leipzig.
Cornelius Becker:
Wohl denen, die da wandeln (Psalm 119, EG 295) – Lilienfelder Cantorei Berlin, Klaus-Martin Bresgott (Choral:gut! Die schönsten Lieder des Gesangbuchs, 2012)
Wohl denen, die da wandeln (EG 295)
1) Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit,
nach seinem Worte handeln und leben allezeit;
die recht von Herzen suchen Gottund seine Zeugnis’ halten,
sind stets bei ihm in Gnad’.
2) Von Herzensgrund ich spreche: dir sei Dank allezeit,
weil du mich lehrst die Rechted einer Gerechtigkeit.
Die Gnad’ auch ferner mir gewähr; ich will dein Rechte halten,
verlass mich nimmermehr.
3) Mein Herz hängt treu und festean dem, was dein Wort lehrt.
Herr, tu bei mir das Beste, sonst ich zuschanden werd.
Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig laufen
den Weg deiner Gebot.
4) Dein Wort, Herr, nicht vergehet,es bleibet ewiglich,
so weit der Himmel gehet, der stets beweget sich;
dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit gleich wie der Grund der Erden,
durch deine Hand bereit’.