Balthasar Hubmaier
um 1485–1528
Balthasar Hubmaier
um 1485–1528
Balthasar Hubmaier war ein Märtyrer der Täuferbewegung. Um 1480/85 in Friedberg bei Augsburg in eine mittellose Familie geboren, studierte er ab 1503 bei einem der profiliertesten Gegner Martin Luthers, dem Theologen Johannes Eck, zunächst in Freiburg, dann in Ingolstadt, bevor er 1516 nach Promotion, Professur und Predigtamt auf eine Dompredigerstelle nach Regensburg wechselte und sich schließlich nach einem erneuten Wechsel auf eine Pfarrstelle in Waldshut nahe der heutigen Schweizer Grenze zur Reformation bekannte. Zunächst der Schweizer Reformation zugetan, die er nach kurzem Exil in Schaffhausen mit einer neuen Messordnung und der Entfernung religiöser Bilder in Waldshut durchsetzte, und dem Zürcher Reformator Huldrych Zwingli freundschaftlich verbunden, ging Hubmaier schon bald eigene Wege, als er nach einer Begegnung mit Thomas Müntzer gegen Zwingli mit der Täuferbewegung sympathisierte und 1525 in Waldshut mithilfe des aus Zürich geflüchteten Wiedertäufers Wilhelm Reuchlin eine Erwachsenentaufe durchführte. Wenig verwunderlich, dass Hubmaier – als er im Zuge der Bauernkriege vor habsburgischen Truppen aus Waldshut fliehen musste – in Zürich nicht etwa freundschaftliche Aufnahme, sondern der Kerker erwartete, wo Hubmaier nach Folter und Todesdrohung seine Position zur Taufe widerrief und nach Nikolsburg in Mähren auswandern konnte. Bereits ein Jahr später, 1527, wurde er dort durch jene habsburgischen Truppen, denen er in Waldshut entkommen war, erneut verhaftet: Diesmal schlug er das Angebot zu widerrufen aus und endete 1528 als »Ketzerfürst« in Wien auf dem Scheiterhaufen.