Hans Kock

1920–2007

Hans Kock

1920–2007

Hans Kock wurde am 27. Dezember 1920 in Kiel geboren. Mit zehn Jahren kam er mit seiner Familie nach Hamburg, besuchte hier die Schule und studierte nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst Architektur an der Technischen Hochschule in Braunschweig, ehe er 1948 zur Bildhauerei an die Landeskunstschule in Hamburg (heute Hochschule für Bildende Künste) wechselte. Hier wurde er Meisterschüler und später Mitarbeiter des Bildhauers und Grafikers Gerhard Marcks (1889–1981), der in den 1920er Jahren am Bauhaus gelehrt hatte, während der Zeit des Nationalsozialismus ab 1937 Berufsverbot hatte und seit 1946 Professor in Hamburg war. Von ihm stammen unter anderem die weltberühmte Hiob-Figur in Nürnberg (1957) und der Figurenfries der »Gemeinschaft der Heiligen« (1932/1949) an der Katharinenkirche in Lübeck, der durch Ernst Barlach (1870–1938) begonnen worden war.

Seit 1953 war Hans Kock als freier Bildhauer in Kiel und Hamburg tätig. 1962 erhielt er den Villa-Romana-Preis. 1964 war er Teilnehmer der Documenta III in Kassel und stellte bei den Weltausstellungen in Montreal und Osaka aus. Er schuf unter anderem Porträtbüsten des früheren Bundespräsidenten Theodor Heuss (1884–1963) und des Philosophen Martin Heidegger (1889–1976) und die 1999 auf dem Ostgiebel der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen aufgestellte Statue der Katharina von Alexandrien. In Hamburg stehen von ihm unter anderem außerdem die Granitfigur am Jungfernstieg, die »Schönen Hamburgerin" im Alsterfleet und die »Minerva« am Fischmarkt.

Einzelne Werke Johann Kocks befinden sich in über dreißig Kirchen Norddeutschlands. 1973 gestaltete er den Innenraum der St. Cyriakus-Kirche in Kellinghusen. 1978 wurde seine Neugestaltung des Innenraums der Ansgarkirche in Kiel-Blücherplatz eingeweiht. Für die Erlöserkirche in Hamburg-Borgfelde schuf er das Mahnmal für die Toten der Weltkriege, für den Dom St. Nikolai in Greifswald gestaltete er noch zu Zeiten der deutsch-deutschen Teilung den Altar, das große Kreuz und einige Leuchter.

In Würdigung seines herausragenden, von Formen- und Ideenreichtum zeugenden bildhauerischen Gesamtwerkes wurde Hans Kock unter anderem mit der Ehrenprofessur des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet, 2004 erhielt er für sein Lebenswerk den Kulturpreis der Stadt Kiel.

Hans Kock (1920–2007)

St. Cyriacus Kellinghusen, 1974 durch Hans Kock neu gestaltet

Erlöserkirche Hamburg-Borgfelde: Mahnmal für die Toten der beiden Weltkriege

Statue der Heiligen Katharina von Alexandrien auf dem Ostgiebel der Hamburger Hauptkirche Sankt Katharinen von 1999

Dom St. Nikolai in Greifswald: Altar und großes Kreuz von Hans Kock

Vicelinkirche Hamburg-Sasel, Leuchter von Hans Kock

Hans Kock: »Meteor«, 1957 – vor dem Landwirtschaftsministerium in Kiel. Meteor (1943–1966) war eines der erfolgreichsten und berühmtesten Springpferde seiner Zeit.

Hans Kock: »Minerva-Statue«, 1989 – auf dem Minervabrunnen auf dem Altonaer Fischmarkt.

Vier Plastiken imHamburger U-Bahnhof Lübecker Straße

»Stele Maritim« (1977), Schleswig, Schlossinsel, Skulpturenpark Schloss Gottorf