Gerhard Marcks
1899–1981
Gerhard Marcks
1899–1981
Gerhard Marcks gilt als einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer und Grafiker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1919 und 1925 war er am Bauhaus, wo er die Töpferwerkstatt leitete. Dort entstanden auch seine Holzschnittfolgen, die spürbarer vom Expressionismus beeinflusst sind. 1933 wurde er als Lehrer an der Kunstgewerbeschule Halle/Saale entlassen, an der er seit 1925 gelehrt hatte. Nach dem Krieg nahm er seine Lehrtätigkeit wieder auf – 1945 bis 1950 zunächst an der Landeskunstschule in Hamburg, im Anschluss an der Werkkunstschule in Köln.
Gerhard Marcks zeigte sich nach expressionistischen Anfängen stark von der griechischen Skulptur, später von der romanischen Skulptur beeinflusst. Seinen Formsprache entwickelte sich hin zu einem äußerst sparsamen, gleichwohl lyrischen Ausdruck. Neben der Hiob-Figur auf dem Vorplatz der Klarakirche in Nürnberg (1957) gilt die »Gemeinschaft der Heiligen« (1949) als eines seiner Hauptwerke – der monumentale Figurenzyklus an der Katharinenkirche zu Lübeck, der von Ernst Barlach (1875–1938) mit drei Figuren begonnen worden war (1933). Sehr bekannt ist auch der »Rufer« auf der Straße des 17. Juni in Berlin. Sein künstlerischer Nachlass wird im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen verwaltet und gezeigt.